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Wir haben es geschafft!
Wir haben den Weltrekord!
Mit dem weltgrößten Kartoffelpuffer!
XXL Kartoffelpuffer – Durchmesser 3 Meter!
AKTION: Der Monsterpuffer
Rekord-Reibekuchen hat drei Meter Durchmesser / Mehr als 250 Gäste futtern unter freiem Himmel
KETZIN - Dies ist die Geschichte eines Superlativs. Es spielen mit: Vier Zentner Kartoffeln. 400 Liter Rapsöl. 600 Eier. Ein Kamerateam. Ein Dutzend Propangasflaschen. 14 schwarz gekleidete Brathelfer. Ein roter Radlader. Eine 630 Kilo schwere Pfanne. Und ein Teigrollgrubber, der, an einen Besenstiel gebunden, aussieht wie der Gummibruder einer Puschelrolle für Wandfarbe.
und hier gibt's die Bilder zum Event :-)
Mit diesem Ding piekst René Dost gerade tausend kleine Löcher in die hellgelbe Masse vor ihm auf dem Rost. Er macht das, damit der Fladen später ganz bleibt. Denn René Dost, Vertilgern übergroßer Mahlzeiten bekannt als Gastronom Redo, ist angetreten, ins Guinessbuch der Rekorde zu kommen. Er will in Ketzin den größten Kartoffelpuffer der Welt braten. Drei intakte Meter Durchmesser soll der haben. Reißt er kaputt, taugt der Rekord nichts. Wobei er vielleicht auch so nicht anerkannt wird, fürchtet René Dost: Es ist niemand vom Guiness-Buch-Verlag aus London da und guckt zu. Zumindest für Sportrekorde ist das ein Kriterium, sagt er.
Genug gelöchert. Dost und sein Team, der Rost und der Radlader stehen im Hof von Dosts Restaurant in der Feldstraße. Mehr als 250 Gäste gucken zu, wie die schwarz uniformierten Rekordaspiranten Stahlseile zwischen Rost und Radlader festdrehen. Das Kamerateam eines privaten Fernsehsenders filmt. Ein paar Meter weiter wartet die extra hergestellte Pfanne. Es riecht nach Gas und 190 Grad heißem Rapsöl.
„So!“, ruft Dost, nachdem er ein letztes Mal an den Seilen geruckelt hat. „Auf die Kartoffel – fertig – los!“ Der Radlader versenkt den Rost samt Puffer langsam in der Pfanne. Als der Teig aufs Fett trifft, bruddelt es verhalten. Die Gäste gucken und knipsen. Zum Applaudieren haben sie gerade keine Hand frei.
Auf diesem Moment haben Dost und seine Helfer hingearbeitet. Sechs Stunden lang haben sie zuvor per Hand Kartoffeln geschält, 200 Kilo. Dann 30 Kilo Zwiebeln, etwa noch mal drei Stunden. Dazu die Brut eines mittleren Hühnerhofs aufgeschlagen. 25 Kilo Stärke hinzugepudert. Dann das Ganze zu Bäcker Reuter geschleppt, weil nur eine Maschine den Teig rühren konnte.
Auf die drei Meter Durchmesser ist René Dost gekommen, indem er das Maß des bisherigen weltgrößten Reibekuchens mehr als verdoppelt hat. Auf 1,20 Meter brachte es vor zwei Jahren der vergleichsweise kleine Reiberdatschi aus Mahlow. „Ihn nur mit zehn Zentimeter zu toppen, fanden wir zu wenig“, sagt Dost, der Mann der Meterschnitzel. Es genügte ihm auch nicht, einfach nur einen Monsterpuffer brutzeln. Er wollte noch wetten.
Während der Chef und seine sechs Helfer draußen im Hof mit Schaumlöffeln und Pizzaschiebern sanft auf den Fladen drücken, damit die Luft an den Seiten entweicht, stehen in der Küche weitere sieben Schwarzkittel am Herd. Sie kneten und formen und braten Puffer in Handgröße. 250 kleine – oder ein großer Reibekuchen, was wird schneller fertig? Für die Küchencrew sieht es gut aus. 200 Stück hat sie in den ersten 20 Minuten geschafft. „Wir gewinnen, ist doch klar“, sagt Teamleiter Karl-Heinz Horn und trägt die Reibekuchen hinaus auf den Hof. Zwei Damen verteilen sie unter den Gästen.
Die futtern zufrieden. Der große Puffer aber wird nicht ganz so, wie er soll. Er ist zu bleich. Die Kamera dokumentiert das. Dost guckt kritisch. Der Radlader hebt den Pufferrost aus dem Fett und stellt ihn auf vier Bierfässer. Helfer umkreisen ihn und schleudern ein paar Kilo Zucker obendrauf. Dann wirft Dost den Flammenwerfer an. „Jetzt mal ein bisschen anfeuern!“, ruft er in die Menge. „Hooo“, rufen ein paar Ketziner. Zum Anfeuern sind ihre Münder zu voll. Der Flammenwerfer faucht, es qualmt, ein Kind hält sich die Augen zu. Jetzt riecht es nach Karamell. Das Kamerateam schwitzt.
Und dann, nach einer guten Stunde, ist es geschafft. Dank der Löcher, die Dost hineingestanzt hat, ist der Puffer tatsächlich ganz geblieben. Die Küchenmannschaft hat 463 statt der anvisierten 250 Puffer gebraten. Das Kamerateam beschließt: Dosts Leute haben trotzdem gewonnen. Und, das findet Dost später heraus, sie haben doch eine Chance, ins Guiness-Buch zu kommen – auch ohne Leute aus London. Es reicht, dass die Presse dabei ist. Denn Pufferbraten ist kein Sport. (Von Jana Einecke)
Artikel aus der MAZ vom 29. Juli 2010






